Verpaarung

DIE NACHZUCHT

Der Grundgedanke der Terraristik besteht in vielerlei Hinsicht darin, einen Arterhalt durch Nachzuchten zu gewährleisten. Lampropeltis getula sp. bildet hier keine Ausnahme. Seit Jahren wird diese Schlange ohne Probleme erfolgreich nachgezogen.

Nackenbiss bei L. californiae
Foto: D. Renner

Wie schon im Reiter Winterruhe vermerkt, ist es gerade für Tiere, die verpaart werden sollen, von größter Wichtigkeit, kühl überwintert zu werden. Dies kurbelt den Kreislauf der Tiere an und sorgt im Frühjahr zu verstärkter Paarungsbereitschaft. Sobald ich meine Tiere aus dem Keller hole und in die Terrarien setze, dauert es meist nur ein paar Wochen, bis die ersten Paarungsversuche zu beobachten sind. Das Männchen gleitet dabei mit starken Muskelkontraktionen zuckend hinter dem Weibchen her und versucht es mit einem Nackenbiss zu fixieren, um sich so mit ihr kopulieren zu können. Dieses Verhalten kann bedingt mehrfach beobachtet werden und dauert meist eine Stunde an. Für den unerfahrenen Terrarianer kann der Anblick im ersten Moment erschreckend sein, fällt einem ja sofort das Wort „Kannibalismus“ bei Lampropelten ein. Hier kann ich allerdings beruhigen.

Nach erfolgreicher Paarung dauert die Trächtigkeit gemittelt 2 Monate an. In der Literatur wird von einer Trächtigkeitszeit von 37 – 73 Tagen gesprochen. Nach diesem Zeitraum legen die Tiere ein Gelege mit durchschnittlich 11 Eiern ab (ovipar), allerdings wurden auch schon bis zu 29 Eier abgelegt (SCHMIDT 2004). Ich biete meinen Tieren eine abgedunkelte Ablagebox mit feuchten Moos an, die gerne angenommen wird. Durch die doch sehr trockene Terrarienhaltung würden die Weibchen keine geeignete Stelle zur Ablage des Geleges finden, wodurch ein suboptimaler Platz genutzt wird oder im schlimmste Fall das Tier die Eier erst gar nicht absetzt, was zu einer Legenot führen kann, die meist nur operativ behoben werden kann.

Wurde das Gelege erfolgreich abgesetzt, überführt man die Eier am besten in einen geeigneten Inkubator. Hierfür gibt es etliche Anbieter für die verschiedensten Verwendungszwecke. Bei mir haben sich Inkubatoren der Firma Lucky Reptile bewährt. Bei einer Temperatur von 28° und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 90 % werden die Eier ca. 60 Tage bebrütet. Dies ist allerdings nur ein gemittelter Wert, da eine Zeitigungsdauer von 39 – 83 Tagen ebenso möglich ist. Dies hängt allerdings von vielen Faktoren ab. Als Brutsubstrat verwende ich feinkörniges Vermiculit, das immer leicht feucht gehalten wird. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass die Eier keinem Stauwasser ausgesetzt werden, da diese sonst anfangen zu schimmeln und das Gelege zunichte machen.

Kurz vor Schlupfbeginn fangen die Eier durch Wasserverlust an zu schwitzen und dellen leicht ein. Durch den Eizahn, den jedes Tier besitzt, werden die Eier angeritzt, wodurch die Schlüpflinge binnen 2 -4 Tage den Eiern entweichen.

AUFZUCHT DER JUNGTIERE

Der wohl schönste, zugleich aber auch anstrengendste Teil der Terraristik ist die Aufzucht der Jungtiere. Ich setze die frisch geschlüpften Tiere einzeln in kleinere Boxen (1-Liter BraPlast-Dosen) auf Zewa. Ein kleines Versteck und ein Wassernapf bilden hier fürs Erste die nötige Einrichtung. Kurz nach dem Schlupf häuten sich die Tiere das erste Mal. Um dies den Tieren etwas zu erleichtern, halte ich die ersten Tage die Boxen geringfügig feuchter. Nach der Häutung gehen sie auch schon bereitwillig an das erste Futter. Haben die Tiere dann mehrfach gefressen, dürfte einer erfolgreichen Aufzucht und ggf. einem Weiterverkauf dieser tollen Tiere nichts im Wege stehen

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