Terrariumbau/Einrichtung

Hier nun die einzelnen Bauschritte der Neugestaltung einiger unserer Terrarien.

Terrarium Nr. 1 ist ein Aufzuchtbecken für Lampropeltis californiae nigrita pattern im Sonora-Stil. Es hat die Abmessung 60x30x30. Aufgrund der kleinen Grundfläche haben wir mit Absicht auf eine Rückwand verzichtet, um nicht noch mehr Fläche zu nehmen.

Baumaterialien:

  • 5kg Roter Sand (bezogen von MS-Reptilien.de)
  • Polygonalplatten aus dem Baumarkt
  • Kleiner Kaktus aus dem Fachhandel
  • Ziersplitt aus dem Baumarkt
  • Blumenerde und Pflanzenflies
  • Sukkulenten, Tilandsien und Gräser

Das Flies dient hier dazu, ein Vermischen des Bodengrundes (Sand und Erde) zu verhindern. Gerade bei grabenden Arten ist das eine Gefahr und kann die Optik des ganzen Terrariums zerstören.

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Terrarium Nr. 2. ist für unsere Zuchtgruppe L. californiae und hat die Abmessung 120x65x65. Entgegen der Einstellung beim Aufzuchtbecken, haben wir uns hier für eine strukturierte Rückwand entschieden.

Baumaterialien für die Rückwand:

  • 25kg Spielkistensand aus dem Baurmarkt
  • Rote Abtönfarbe (oder Farbe je nach Wunsch)
  • Holzleim
  • Tilandsien
  • Styropor mit Fliesenkleber

Durch eine grobe Vorkonstruktion des Styropors und Aufbringen des Fliesenkleber (wie in vielen typischen Terrarien) entsteht ein Grundgebilde. Dieses wird dann mit der Masse aus Sand, Farbe und Holzleim bestrichen (wir nutzten hier einfach die Hände mit denen wir den Sand auf die Rückwand pappten) um somit eine Struktur zu bekommen.

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Danach kam die Feinarbeit. Die Einrichtung selbst ist eine kleine Detaiarbeit, die einem oftmals viel Gedanken und schlaflose Nächte kosten kann. Letztendlich lohnt es sich aber, wenn man das Ergebnis sieht. Wir sind von den „sterilen“ Becken abgekommen und haben uns nun an den Verbreitungsgebieten der Tiere orientiert.

Baumaterialien:

  • Ohrenkaktus aus dem Fachhandel
  • Roter Sand (25kg), Erde und Pflanzenflies zur Abtrennung
  • Ziersplitt
  • Gräser und Sträucher aus dem heimischen Garten
  • Wurzeln
  • Jim Beam-Dose

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Becken Nr. 3 ist für unseren Brocken – Lampropeltis getula brooksi. Hier gingen wir einen anderen Weg und machten uns daran, von der Westküste der USA an die Ostküste zu gehn und hier ein Becken im Florida-Stil zu erschaffen. Auch hier wurde wieder der Stil der Rückwand geändert, auch wenn nur geringfügig. Die Baumaterialien waren hier die Selben, werden daher nicht nochmals aufgeführt.

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Bei der Einrichtung wollten wir etwas mehr Deckung reinbringen und es etwas chaotischer wirken lassen. Die Umsetzung war einfacher als gedacht.

Baumaterialien:

  • 25kg Sand/30L Erde
  • Gräser, Sträucher und Granitsteine aus dem heimischen Garten
  • Palmetto aus dem Fachhandel (Sägepalme)
  • Tilandsien
  • Waldboden als Bodendecker

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Becken Nr. 4 ist ebenso ein völlig neuer Weg und unterscheidet sich diesmal auch komplett in der Rückwand. Das Terrarium ist im Stile eines Waldbeckens gebaut und wurde für unsere Zuchtgruppe Lampropeltis getula goini/meansi konzipiert. Durch das Waldkonzept ergaben sich einige Schwierigkeiten, die es erstmal galt, auszumerzen. Der Rückwandbau war mitunter das Komplizierteste. Die Rindenstücke wurden mit dem Flexkleber auf die Rückwand geklebt, die Übergänge wurden mit einer Mischung aus Waldboden und Holzleim verkleidet. Darauf wurden dann Moose und Flechten geklebt.

Baumaterialien für Rückwand:

  • Rindenstücke vom Sägewerk
  • Flexbauschaum (NICHT! der Gelbe)
  • Holzleim
  • Moose, Waldboden und Flechten

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Das Waldbecken zu dekorieren war hierbei allerdings wieder der etwas einfachere Weg. Oftmals geht man an Wäldern vorbei, ohne sich ein genaues Bild davon zu machen, wie diese aufgebaut sind. Ein Besuch bei einer örtlichen Großgärtnerei kann einem hier schonmal die Augen öffnen. Durch geschicktes Anrichten von Sträuchern und Bodenpflanzen lässt sich hier ein toller Blickfang zaubern.

Baumaterialien:

  • 50l Waldboden
  • Verschiedenste Pflanzen für Beete
  • Waldsubstrat und Laub als Bodendecker
  • altes beschlagenes Wagenrad

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Becken Nr. 5 ist ein völlig anderes Baukonzept, das wir diesmal angewendet haben. Unkonventionelle Haltung ist etwas völlig Neues und zeigt auch, dass man Tiere nicht immer im naturnahen Terrarium halten muss. Wir bezeichnen dieses Becken als Kulturfolger-Terrarium, da gerade in den Staaten sehr viele Schlangen in alten, verlassenen Ruinen oder Bauernhöfen zu finden sind.

Der Rückwandbau selbst ging relativ zügig von statten. Hierzu wurden die Klinkersteine mittels Fliesenkleber an das Styropor geklebt und auch untereinander damit verbunden. Es gilt hierbei aber darauf zu achten, das Gewicht nicht zu unterschätzen! Stellt daher das Terrarium schon an den Endplatz, bevor ihr die Mauer hochzieht. Es wird sonst fast unmöglich, das Ganze noch zu transportieren. Das Styropor wurde danach hinter den Klinkern weggeschnitten, so dass man nichts mehr davon sieht. Danach wurde das Holz hinter die Klinker geschoben, um einen fließenden Übergang zu bekommen. Das restliche Holz wurde überlappend an der Rückwand festgeschraubt.

Baumaterialien für Rückwand:

  • Styropor
  • Reichsformatziegel (oder alte Mauerklinker) die halbiert wurden
  • Fliesenkleber
  • altes Holz eines abgerissenen Pferdestalles
  • Moose und Flechten

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Die Dekoration setzte sich aus verschiedensten Flohmarktfunden zusammen. Hier kann man seiinen eigenen Gesmack spielen lassen. Wir setzen auf altes Material, das dem eines alten Stalles am nähesten kam. Ketten, Flaschenzug, Seile etc. rundeten das Gesamtbild ab. Für den Bodengrund verwendeten wir verschiedenste Materialien. Erde, Sand, Steine, Stroh, Heu – eben alles was man in einem Stall auch vorfinden würde.

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Terrarium Nr. 6 ist wieder einfacher gebaut. Wir wollten hier einen viel unkomplizierteren Weg gehen, der gleichzeitig aber ein tolles Gesamtbild ergibt. Unser Pinewood-Becken wurde mit Hilfe von Kiefernrinden, Stämmen und Nadeln konzipiert. Hier wurde die Rückwand zuerst mit einer 1 cm dicken Styroporplatte versehen, auf die später dünnflüssiger Fliesenkleber verstrichen wird. In den noch feuchten FK wird nun einfach die Rinde gedrückt und die Zwischenräume mit Moosen, Flechten oder kleineren Rindenstücken kaschiert. Das Ganze dann für 2 Nächte antrocknen lassen. Einfacher geht es, wenn ihr euch das Terrarium auf die entsprechende Seite legt, sprich – wenn ihr die Rückwand baut einfach auf den Rücken legen. So haftet alles wunderbar und die Arbeit ist binnen ein paar Minuten erledigt.

Baumaterialien für Rückwand:

  • Flex-Fliesenkleber
  • Styropor (1-2 cm dick)
  • Kiefernrindenstücke
  • Kiefernäste

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Die Einrichtung selbst ging relativ schnell. Die Stämme wurden mittels Winkel am Boden und an der Decke fixiert. Das Ganze wurde mit Erde aufgefüllt und Kiefernnadeln als Deckschicht verwendet. Kiefernäste, etwas Laub und 2 Schwertfarne runden das Gesamtbild komplett ab. Alles in Allem war das Terrarium knapp 1 Woche Arbeit, das Endergebnis lässt sich allerdings sehn.

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Leider haben wir aufgrund eines Datenverlusts nicht mehr Bilder des Baus. Ich denke aber, anhand der Beschreibung lässt sich leicht erahnen, wie das Konzept umgesetzt wurde.

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Terrarium Nr. 7 ist diesmal kein Terrarium für unsere Kettennattern, sondern für unsere Leopardgecko-Gruppe (E. macularius). Hierbei stießen wir stellenweise an bauliche Grenzen, gerade was Gänge, Spalten und unterirdisches Wegesystem anging. Der komplette Bau besteht aus knapp 8 Styroporplatten der Stärke 5 cm, die Bruchstückhaft aufeinander geklebt wurden. Flex-Bauschaum rundete hier noch gewisse Ecken und Kanten ab.

Baumaterialen für Rückwand:

  • Styropor (5 cm dick)
  • Fliesenkleber
  • Bauschaum
  • Wurzeln, Sträucher, Gräser

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Die Bodengrundkonstruktion war etwas komplexer, da wir von dem Mythos des Lehm/Sand-Gemisches wegwollten. E. macularius kommt in steinigen Geröllhalden vor und nicht auf Sandboden. Dieser Mythos hält sich leider sehr stark in der Terraristik. Wir wollten daher davon weg und unseren Tieren naturnahen Boden anbieten. Dieser besteht aus 4 verschiedenen Komponenten. Sand, Kies, größere Steine und Geröll. Die Rückwand selbst wurde noch mit unzähligen Gräsern und Sträuchern versehen, so dass die Tiere auch mehr Rückzugsmöglichkeiten besitzen.

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Wie man sieht, kann man durch einfachste Materialien und ein bisschen Feingefühl wunderbare Terrarien und Habitate zaubern, die den Schützlingen eine artgerechte Unterbringung ermöglichen!

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Ein Gedanke zu „Terrariumbau/Einrichtung

  1. Ich finde dass Terrarium super, es hat mich inspiriert und ich bin gerade dabei ebenfalls ein Wald zu gestalten. Es ist mein erstes Schlangenterrarium, ich bin noch absoluter Neuling auf diesem Gebiet. Nun wäre meine Frage, ist es echter Waldboden oder nur teilweise? Ich hatte in einem kleinen Spinnenterrarium ebenfalls echten Waldboden, allerdings gemischt mit Kokos genommen, funktioniert gut, wachsen sogar kleine Pilze und belebt von Kleinstinsekten ist er auch, wie habt ihr es gemacht? Wäre dankbar für die Beantwortung. Liebe Grüße Nicole

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