Lampropeltis getula sp.

DIE KETTENNATTER

Lampropeltis getula sp. ist eine ausschließlich in Nordamerika beheimatete mittelgroße Natter, die in den letzten Jahren einen enormen Hype in der Terraristik erlebt.

Foto: D. Renner

Foto: D. Renner

Durch ihre Vielfältigkeit in der Zeichnung, ihres Verhaltens und Gemütes kann man mit Fug und Recht behaupten, dass hier für Jedermann etwas dabei ist, der sich für Schlangen, gerade für Nattern interessiert. Durch ihre unkomplizierte Haltung sind die Tiere prinzipiell für Anfänger gut geeignet, muss aber auch bei ihnen auf grundlegende Basics in der Haltung geachtet werden.

Lampropelten zählen zur Unterfamilie der Nattern (Colubrinae) und sind in der Regel sehr leicht zu erkennen. Durch ihre sehr glatten und kleinen Schuppen glänzen die Tiere regelrecht, wodurch sie auch ihren wissenschaftlichen Namen erhielten. Sie haben im Gegensatz zu Boas (Boidae) und Pythons (Pythonidae) einen gedrungenen Kopf, der sich nicht oder nur kaum vom Rest des Körpers absetzt. Das Analschild, also die Bauschuppe, welche die Kloake verdeckt, ist nicht geteilt.

Waren früher 10 Unterarten von Lampropeltis getula sp. anerkannt, so sind es mittlerweile (PYRON & BURBRINK, 2009) gänzlich 0. Durch neue Untersuchungen wurden alle ehemaligen Unterarten in den Artstatus erhoben und einige zusammengefasst, wodurch sich auch einige Problemunterarten relativiert haben. Somit ergeben sich nach dem aktuellen Stand (einzusehn auf reptile-database.org) lediglich 5 Arten.

Beheimatet ist Lampropeltis getula sp. von der Ostküste Nordamerikas des 41. Breitengrades bis zur Küste des Pazifiks im Westen, südlich des 43. Breitengrades. In Nordmexiko, genauer gesagt von der Golfküste bis zur Halbinsel Baja Californiae sind ebenfalls einige Exemplare anzutreffen.Sie leben hier bis zu einer Höhenlage von 2000 m ü. NN

FARB- UND MORPHZUCHT

L. californiae in unterschiedlicher Färbung
Foto: D. Renner

Die Farbzucht bei L. getula sp. ist ein strittiges Thema. In vielerlei Hinsicht gehört sie seit Jahren zur Terraristik dazu und wäre wohl auch nicht mehr weg zu denken. Verfolgt man den Trend, der sich auf Börsen in ganze Europa, vor allem aber aus dem amerikanischen und asiatischen Raum, entwickelt, gehören Farbzuchten zum gängigen Bild. Ich persönlich bin allerdings kein Befürworter einer farblichen Auswahlzucht. Bietet doch die Artenvielfalt von den Kettennattern prinzipiell für jedermanns Geschmack etwas. In der Regel sollte der Sinn der Terraristik soweit verstanden sein, dass man die Farben- und Artenreinheit der Tiere er- und behält.

Viele offiziell nicht anerkannte Lokalformen wie z.B. Lampropeltis getula goini wären somit nicht mehr in den Terrarien zu finden, würde man hier weiter versuchen, einen anderen Farbschlag zu kreieren. Ich für meinen Teil bevorzuge farbreine Tiere und werde auch immer nur solche verpaaren und züchten.

Da der Trend allerdings eine andere Richtung einschlägt, wird es immer schwieriger, noch farbreine Tiere, ohne heterozygote Gene zu bekommen. So kann nach einer Verpaarung mit augenscheinlich farbreinen Tieren das böse Erwachen kommen und man stellt fest, dass das erworbene Tier eben doch nicht das war, für das man es gehalten hat.

Um dem vorzubeugen empfehle ich, seine Bezugsquellen betreffend seiner Schlangen gut zu durchleuchten und sich die Elterntiere bzw. Fotos davon zeigen zu lassen. Eine 100 % Sicherheit ist dies natürlich auch nicht, für jene, die aber Wert auf reine Tiere legen, kann dies schon mal beruhigend sein.

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