Terrarium

TERRARIENHALTUNG

Welche Terrarienhaltung ist die Richtige? Diese Frage stellen sich viele Halter – zurecht, sieht man sich die vielen unterschiedlichen Meinungen diverser Halter an. Dieser Abschnitt der Haltung von Lampropeltis getula sp. beschäftigt sich allerdings mit der artgerechten Haltung in naturnah eingerichteten Terrarien.

Als erstes kommt die Frage auf, welches Material am besten geeignet ist. Hier kann man zwischen Glas, Holz (verschiedene Ausführungen) oder Kunststoff wählen. Für was man sich zum Schluss entscheidet bleibt einem hier selbst überlassen.

Glas hat eine geringere Wärmedämmung, zu dem gibt es sie nur vorgefertigt in gewissen Maßen. Allerdings kann man sie auf sämtlichen Reptilienbörsen kostengünstig erwerben.

Foto: D. Renner

Holz kriegt man in jedem Baumarkt, es ist kostengünstig, lässt sich einfach und sauber verarbeiten und bietet zudem eine ausgesprochen gute Isolierung. In gewissen Baumärkten wird einem das Holz kostengünstig oder sogar umsonst auf Maß geschnitten.

Kunststoffterrarien gibt es mittlerweile von vielen Anbietern (z.B. Lanzo-Herp), allerdings haben sie immer noch einen stolzen Preis. Der Vorteil dieser Terrarien besteht darin, dass sie sich schnell und ohne großen Aufwand reinigen lassen. Gerade bei der Quarantänezeit oder kranken Tieren ist dieser Aspekt nicht zu verachten. Allerdings wirken die Terrarien auch eingerichtet sehr steril und bieten nur wenig Möglichkeit für eine Rückwandgestaltung.

Quelle: Herpetobuch.com

Ich hab mich letztendlich für die selbst gefertigte Holzvariante mit den Maßen 125 x  65 x 65 entschieden. In meinen ersten Terrarien wurden noch vielerlei Klettermöglichkeiten durch Korkäste integriert, welche aber so gut wie keine Resonanz von den Tieren bekommen hatten. Auch Wasserbecken, die in jedem Terrarium zu finden waren, wurden nie angenommen. So entschloss ich mich nach der letzten Winterruhe, die Terrarien grundlegend umzugestalten und hier mehr wert auf Details zu legen. Einen guten Überblick, was alles möglich ist in Sachen Terrarienbau verschafft das Buch von THOMAS WILMSTerrarieneinrichtung – Grundlagen, Materialien, Methoden“.

PFLANZEN

Das ewige Streitthema. Sollten in einem Terrarium echte Pflanzen verwendet werden oder benutze ich künstliche Gewächse aus dem Fachhandel? Ich kann hier nur jedem Halter empfehlen, echte Pflanzen in sein Terrarium zu integrieren. Dies hat zum Einen den Vorteil, dass das Habitat der Tiere natürlicher gestaltet werden kann als es Kunstpflanzen je könnten, zum Anderen führen echte Pflanzen zu einem Mikroklima innerhalb des Terrariums, was für die Gesundheit der Tiere von großer Wichtigkeit ist.

Foto: Helmers.de

Wie so viele  musste auch ich viel ausprobieren, bis ich die richtige Mischung in Sachen Pflanzen gefunden hatte. Letztendlich entschied ich mich für eine Bepflanzung durch Wacholder (Juniperus sp.) in verschiedenen Ausführungen. Diese Pflanze ist robust gegenüber Wärme und auch Kälte, mag schattige als auch sonnige Plätze und bietet bei breitem Wuchs den Tieren eine ausgezeichneten Rückzugsmöglichkeit. Der Kriechwacholder (Juniperus horizontalis) ist zudem in Nordamerika verbreitet, wodurch eine habitatsgetreue Bepflanzung möglich ist. Als farbliches Highlight kann man zudem Heidekraut (Erica carnea z.B) verwenden, die man gerade in der Frühjahrs- und Herbstzeit in örtlichen Gärtnereien vorfindet.

Im Buch „Pflanzen im Terrarium“ von BEAT AKERET findet man noch weitere Pflanzen des natürlichen Verbreitungsgebietes der Tiere. Ich kann nur jedem empfehlen, sich dieses Buch zu kaufen. Die Investition lohnt sich, findet man für fast alle Verbreitungszonen die passenden Pflanzen.

DEKORATION

Der Feinschliff eines Terrariums kommt meist erst durch die richtige Dekoration. Hier denken viele, man müsse Unmengen an Geld auf Börsen für Kleinigkeiten ausgeben. Mit Nichten. Ein Terrarium kann ohne Geld naturnah eingerichtet werden. Laub, Äste, Tannenzapfen, Gräser, Sträucher – all das findet man in umliegenden Wäldern ohne Kostenaufwand. Hier ist lediglich darauf zu achten, dass das Waldstück nicht unmittelbar an einer vielbefahrenen Straße liegt.

Ausschnitt aus einem meiner Terrarien
Foto: D. Renner

Durch das Verteilen von Laub im Terrarium entsteht für die Tiere meist ein natürlicher Sichtschutz und ein klasse Bodendecker. Dazu verwende ich immer noch Moos, das ich großzügig samt Wurzelwerk vom Boden absteche. Großzügig daher, da es sich sonst nur sehr schwer im Terrarium zum Anwachsen bewegen lässt. Wässert man das Moos regelmäßig (ich übergieße es hierzu alle 3 – 4 Tage etwas) treiben ggf. sogar Grassamen und Klee aus, was dem Terrarium noch eine ganz besondere Note verleiht. Rindenstücke und Wurzeln lassen das Becken noch natürlicher wirken. Und wer würde ein natürliches Produkt nicht gerne einem Blumentopf vorziehen?

Wer sich hierzu allerdings noch etwas genauer inspirieren lassen will, sollte sich unsere Bauanleitungen und Videos zu vielen unserer Terrarien nicht entgehen lassen. Diese findest du hier

2 Gedanken zu „Terrarium

  1. mit dem moos ne schöne idee allerdings lässt es sich echt mies reinigen
    und manchmal nützt dir die schönste deko nichts wenn die tiere es nicht annehmen
    sie suchen sich schon ihr lieblingsplätzchen im terarium

    gw zu der schönen seite =)

    • Hi Bombshell,
      nunja – prinzipiell geht es ja darum, einen Ausschnitt der Natur ins Terrarium zu bringen. Aus
      keinen anderen Gründen sollte man sonst dieses Hobby machen. Dazu zählt dann eben auch Moos. Ich hab bislang
      sehr gute Erfahrungen mit Moos gemacht. Und bei gutem Bodengrund mit Kleinstlebewesen darin wird der Kot auf dem Moos
      auch weggefuttert. Ansonsten hat man immer noch die Möglichkeit, es schnell und einfach auszutauschen

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